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Flohmarkt-Shopping: so macht´s besonders viel Spaß

Flohmarktstand vs. Laden: Ähnlich und doch unterschiedlich

Auf dem Flohmarkt locken Antiquitäten und Unikate – doch das breitgefächerte Angebot ist nicht der einzige Unterschied zum Einzelhandel. Auch in rechtlichen Belangen gibt es zwischen Flohmarktstand und Ladengeschäft durchaus wichtige Unterschiede.

Wo kein Beklagter, da keine Klage: Gewährleistung auf dem Flohmarkt

Ein brandneues Elektrogerät aus dem Fachhandel beinhaltet in der Regel 24 Monate Gewährleistung. Gibt die Waschmaschine in diesem Zeitraum den Geist auf, kann der Käufer Ersatz vom Produzenten verlangen. Wie sieht es aber aus, wenn das alte Radio vom Trödel wenige Tage nach Kauf seinen Betrieb einstellt? 

Flohmarkthändler müssen die Gewährleistung deutlich ausschließen

„Sammler sind glückliche Menschen“ – Johann Wolfgang von Goethe
Selbst in diesem Fall besteht prinzipiell die Gewährleistungspflicht des Verkäufers. Der mündliche Vertrag, der durch den Flohmarkthandel zwischen ihm und dem Kunden zustande kommt, verpflichtet ihn zu Ersatz oder Nachbesserung im Zeitraum der folgenden 6 Monate. Es sei denn, der Anbieter macht beim Kauf explizit deutlich, dass er die Gewährleistung ausschließt. 
Doch auch wenn das nicht passiert ist – als geschädigter Kunde haben Sie es unter Umständen schwer, den Flohmarktanbieter für eine Reklamation wiederzufinden. Zusätzlich benötigen Sie Zeugen, die bestätigen, dass die Gewährleistung besteht.

Online-Flohmärkte: Hilfreich, aber mitunter auch riskant

Abseits der großen Plattformen wie eBay und Facebook bieten kleinere Online-Flohmärkte und Kleinanzeigen-Portale den Anbietern einen erweiterten Radius und den Kunden mehr Möglichkeit gezielt zu stöbern. Im Gegensatz zum analogen Flohmarkt besteht hier die Option, gezielt in Kategorien zu stöbern und Angebote deutschlandweit zu vergleichen. Doch auch hier sollten Sie als Käufer die Risiken beachten: Die sicherste Variante bietet die Bezahlung bei Abholung beim Verkäufer. 

Wer digital zahlt, riskiert nichts zu bekommen

Wer sich den Weg sparen will und auf die Online-Zahlung mit anschließendem Postversand setzt, verliert unter Umständen sein Geld. 
Da die wenigsten Portale verlangen, dass sich ihre Nutzer per Personalausweis und Adresse registrieren, können Betrüger leicht falsche Profile und Angebote erstellen. Sicher gehen Sie, wenn Sie die Ware abholen oder erst nach Erhalt des Pakets bezahlen. Einige Portale wie PayPal verfügen zudem über eine Treuhand-Funktion (der sogenannte Käuferschutz), die den Preis erst dann an den Anbieter auszahlt, wenn der Kunde sein ok gegeben hat. 

Hier die Online-Bezahlmethoden und ihre Sicherheit:

Zahlungsart Sicherheit
Überweisung Nach der Überweisung ist das Geld unwiderbringlich beim Verkäufer.
PayPal PayPal bietet einen Käuferschutz, jedoch schließt der Anbieter einige Dienstleistungen (z.B. Online-Casinos) davon aus. 
Sofortüberweisung Die Zahlung hat die gleiche Wirkung wie die Banküberweisung.
Kreditkarte Kartenzahlungen lassen sich innerhalb einer Frist von 8 Wochen stornieren. Privatverkäufer akzeptieren Kreditkarten jedoch nur selten. 
Nachnahme Die Zahlung nach Erhalt der Ware ist besonders sicher. Der Anbieter muss sich nur darauf einlassen. 

Tabelle 1: Zahlungsmöglichkeiten und ihre Sicherheit

Stöbern nach Herzenslust: Schauen kein Problem

Auf dem Flohmarkt fällt niemand negativ auf, der sich nur umschauen möchte. Das macht den Besuch des Trödels für viele so entspannt. Wenn aber ernste Kaufabsichten aufkommen, sollten Sie als Schnäppchenjäger die folgenden Schritte beachten, um keine Enttäuschung zu erleben:

1.    Ware genau prüfen: Gebrauchtes ist nicht wie neu

Prüfen Sie die Beschaffenheit Ihres Wunschobjektes am Stand genau. Das beinhaltet bei Kleidung und Möbeln in erster Linie die optischen Qualitäten; bei Spielzeug und Elektro-Artikeln die Funktion. Lassen Sie sich nicht mit Ausreden vertrösten: Ein seriöser Verkäufer wird daran interessiert sein, eine Steckdose aufzutreiben, um Ihnen das Bügeleisen oder den Plattenspieler per Vorführung schmackhaft zu machen. 

2.    Wie alt? Wie kaputt? Wofür genutzt? Dem Verkäufer Fragen stellen

Stellen Sie dem Verkäufer Fragen zur Historie des gewünschten Stücks. Woher stammt etwa eine Antiquität? Falls es sich um Besitztümer der Großmutter handelt, ist sich der Anbieter des wahren Werts unter Umständen nicht bewusst. Falls der Verkäufer ein altes Stück selbst erst kürzlich erstanden hat, gehört es womöglich zu seiner Strategie, Trödel billig einzukaufen und per Preisaufschlag seinen Gewinn zu machen.

3.    Nicht zu viel bezahlen: Verhandeln ist Pflicht

Gehen Sie nicht auf das erste Preisangebot des Händlers ein. Diese Summe lässt sich mit Verhandlungsgeschick häufig um etwa 30 Prozent mindern. Dabei ist es jedoch wichtig, dass Sie für Ihr Objekt der Begierde nicht zu viel Begeisterung zeigen. Wenn der Verkäufer merkt, dass Ihnen ein Gegenstand tatsächlich am Herzen liegt, wird er auf seinen Preis bestehen. Ebenso wichtig ist der Zeitpunkt der Kaufentscheidung. Während zu Beginn eines Flohmarkts viele Händler ihre Ware mangels Vergleichsmöglichkeiten günstig abgeben, steigt zum Ende hin der Druck, die Objekte loszuwerden. Wenn Sie dann noch mehrere Objekte bei einem Händler erstehen, können Sie durchaus einen Mengenrabatt verlangen.

4.    Richtig verhandeln: Ohne Fingerspitzengefühl geht wenig

Verhandeln bedeutet nicht, offensiv Druck aufzubauen und dem Händler Mängel an seiner Ware aufzeigen zu müssen. Im Gegenteil: Wer sympathisch wirkt, hat insbesondere bei privaten Verkäufern gute Karten, einen Rabatt zu erhalten. Machen Sie daher dem Anbieter ein realistisches Gegenangebot, ohne es mit Kritik zu begründen. Sie können es unterstreichen, indem Sie die beabsichtigte Kaufsumme abgezählt in der Hand halten und suggerieren, es sei ihr gesamtes Budget für den Tag. Wirksam ist es auch, jemanden an der Seite zu haben, der den unsympathischen Part der Verhandlung übernimmt. Der Freund oder Partner, der Sie zum Weitergehen auffordert und mahnt, nicht unnötig Geld auszugeben, steigert den Zeitdruck für den Anbieter. 

5.    Bei Neuware genauer hinschauen 

Werden Sie misstrauisch, wenn angeblich fabrikneue Artikel zu einem unrealistisch günstigen Preis angeboten werden. Insbesondere bei Markenprodukten und Designerstücken ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich um Imitate handelt. Private Verkäufer haben bei persönlichen Fehlkäufen normalerweise ein Interesse daran, möglichst viel ihrer Investition wieder herauszubekommen. Stellen Sie dem Anbieter in diesem Fall die Frage, wie er zum betreffenden Stück kam und warum er es so günstig anbietet. 
Gewerbliche Anbieter, die auf Märkten ausschließlich Neuware anbieten, sind zudem dazu verpflichtet, ihren Namen und ihre Anschrift am Stand anzubringen. Notieren Sie sich beim Kauf diese Informationen, um bei Problemen die gesetzliche Gewährleistung in Anspruch nehmen zu können.

Fazit: Flohmarkt-Shopping macht Spaß und bringt oft Schnäppchen

Sie möchten tolle Schnäppchen kaufen und dabei auch Waren abseits des Mainstreams bekommen? In diesem Fall sind Flohmärkte und Kleinanzeigen für gebrauchte Gegenstände genau das Richtige! Doch bevor es ins Shopping-Vergnügen geht, ist es wichtig, sich auch über die Risiken zu informieren und gegenzusteuern.

Mit den richtigen Maßnahmen tolle Schnäppchen abräumen

Wer sich die Waren auf dem Flohmarkt jedoch genau anschaut, gut verhandelt und zudem auch intelligente Fragen stellt, hat eine gute Basis geschaffen. Online kommt es zudem darauf an, die Bezahlung so zu regeln, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Die Bezahlung nach Erhalt der Ware ist dabei oft der Königsweg, jedoch können auch Zahlungsanbieter mit Käuferschutz eine gute Lösung darstellen. Nach all diesen Maßnahmen steht einem schönen Shopping-Erlebnis nichts mehr im Wege. 

 

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